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Rehabilitierung der Böden in Äthiopien

Das Tiefland Äthiopiens wird hauptsächlich von (agro-)pastoralen Gemeinschaften bewohnt, die für ihren Lebensunterhalt traditionell von Vieh abhängig sind und nomadisch umherziehen. Doch diese Lebensweise steht vor großen Herausforderungen, da durch den Klimawandel Dürreperioden länger und häufiger werden. Unregelmäßige und starke Sturzfluten aus dem Hochland führen zu Überflutungen und Erosion, tiefe Gräben entstehen und das Wasser wird direkt abgeleitet. Die wachsende Bevölkerung erhöht die Anforderungen an die Böden zusätzlich. Dies führt dazu, dass die Nomaden nicht mehr ausreichend Nahrung für ihre Kamele, Rinder, Ziegen und Schafe finden und viele Flächen bereits überweidet sind. Etwa 33 Millionen Menschen in Äthiopien leiden unter chronischer Unterernährung und Ernährungsunsicherheit, wobei vor allem das Tiefland stark betroffen ist. Die Abhängigkeit von Nahrungsmittelhilfe hat langfristige negative Auswirkungen auf die Gemeinschaften, darunter Armut, ungleiche Verteilung und politische Spannungen.

Mit Mauern gegen den Hunger

„Früher stand das Gras hier in Afar noch so hoch, dass wir oft unsere Kamele nicht mehr sehen konnten“, weiß Kedir Hanfre „heute sind nur noch ein paar Grasbüschel außen an den Erosionsgräben im kargen Land geblieben.“. Er ist Gemeindevorsteher im Distrikt Awra in der Region Afar. Doch es gibt Hoffnung, denn in den letzten zehn Jahren wurde entschlossen daran gearbeitet, Lösungen für diese Herausforderungen zu finden: Gemeinsam mit der lokalen Regierung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hier im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Maßnahmen, die die gefährlichen Fluten ausbremsen und die tiefen Gräben wieder mit fruchtbarer Erde auffüllen. So können aus den degradierten, trockenen Landschaften wieder blühende Felder entstehen, welche die Gemeinschaften und ihre Tiere versorgen.

Der sogenannte DVRPU Ansatz steht für "Dry Valley Rehabilitation and Productive Use", die Rehabilitierung von Trockentälern und deren produktive Nutzung. So wird die Widerstandsfähigkeit gegen Dürre verbessert.

Die Kerntechnologie besteht aus wasserverteilenden Flussschwellen (Water-Spreading-Weirs), kombiniert mit Trockenmauern (Dry-Stone Measures) und biologischen Maßnahmen. Diese verlangsamen die Fließgeschwindigkeit des Wassers und verteilen es, so hat es Zeit im Boden zu versickern. Das hebt den Grundwasserspiegel und der Zugang zu dieser kostbaren Ressource wird einfacher. Zudem wird die Abtragung des Bodens vermindert und Nährstoffe, die mit dem Flutwasser aus den Bergen angeschwemmt werden, lagern sich an und füllen die Landschaft wieder auf. So entstehen hochproduktive Flächen, die die Ernährungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden erhöhen. Die Umsetzung erfolgt in einem siebenstufigen Prozess, der mit der Identifizierung geeigneter Standorte beginnt und die aktive Beteiligung der lokalen Gemeinschaften betont. Diese Zusammenarbeit fördert die langfristige Nachhaltigkeit der Maßnahme und ermöglicht den Gemeinden, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Der DVRPU-Ansatz bietet eine nachhaltige Lösung, die sowohl das Land rehabilitiert als auch den Gemeinden eine prosperierende Zukunft ermöglicht.

Insgesamt wurden in Äthiopien bereits 514 wasserverteilende Flussschwellen (WSWs) gebaut: davon wurden 77 Flussschwellen von der GIZ finanziert und 437 von der Regierung und anderen Partnern. Mittlerweile fokussiert die GIZ sich auf technisches Backstopping und Kapazitätsentwicklung, damit Partnerorganisationen den DVRPU Ansatz skalieren können. Bislang wurden insgesamt 38.692 Hektar erfolgreich rehabilitiert, und weitere 44.254 Hektar sind nun im Rahmen eines partizipativen Landnutzungsplans als geschützte Gebiete ausgewiesen. So wird das Weidemanagement verbessert und die Flächen können sich erholen. Es profitieren direkt 48.426 Personen von den Maßnahmen in 164 Trockentälern (29 in Afar, 133 in Somali, 2 in Oromia)

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