UNCCD COP 17: Gemeinsam gegen Desertifikation und Landdegradation
Die fortschreitende Desertifikation und Landdegradation gehören zu den großen globalen Umweltproblemen. Bis zu 40 % der weltweiten Landflächen sind von Landdegradation betroffen. Mehr als drei Milliarden Menschen leben in Regionen, die bereits unter den Folgen der Verschlechterung von Böden und Landökosystemen leiden.
Klimawandel, Artensterben und die Zerstörung unserer Böden bedrohen die weltweite Ernährungssicherheit und gefährden die wirtschaftliche und geopolitische Stabilität vieler Regionen. Auch bei uns in
Deutschland zeigen die zunehmenden Hitzewellen und Dürren der letzten Jahre: Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser und Boden geht uns alle an. Wenn die Böden krank sind, leiden die Ernährungssicherheit, Wirtschaft und Frieden weltweit.
Vor diesem Hintergrund fand vom 17. bis 28. August 2026 in Ulaanbaatar, Mongolei, die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD COP 17) statt. Unter dem Leitmotiv „Restoring Land. Restoring Hope.“ berieten rund 15.000 Teilnehmende darüber, wie degradierte Flächen wiederhergestellt und Land nachhaltig bewirtschaftet werden kann.
Landwiederherstellung als Grundlage für Ernährung und Entwicklung
Die COP17 verdeutlichte, dass die Bekämpfung von Desertifikation nicht isoliert betrachtet werden kann. Gesunde Böden und Landökosysteme sind eng mit Ernährungssicherheit, Wasserverfügbarkeit, wirtschaftlicher Entwicklung, Frieden und gesellschaftlicher Stabilität verbunden. Damit entwickelt sich die UNCCD zunehmend von einer Konvention mit einem Schwerpunkt auf Desertifikation zu einer umfassenderen internationalen Plattform für nachhaltiges Landmanagement, Landwiederherstellung und Dürre-Resilienz.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Konferenz lag auf Rangelands, also Weide- und Graslandökosystemen. Sie bedecken rund 54 % der weltweiten Landfläche und bilden die Lebensgrundlage für nahezu 500 Millionen Pastoralistinnen und Pastoralisten. Ihre nachhaltige Bewirtschaftung kann dazu beitragen, weitere Landdegradation zu verhindern, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren zu erhöhen und wichtige Ökosystemleistungen zu erhalten. Die Vertragsstaaten verabschiedeten hierzu einen eigenen Beschluss.
Weitere Entscheidungen befassten sich unter anderem mit Sand- und Staubstürmen, Landrechten, Kapazitätsaufbau, Finanzierungsfragen und der Mobilisierung von Ressourcen. Auch die wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen soll gestärkt werden. Die Weiterentwicklung der Science-Policy Interface (SPI) soll dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse besser in Maßnahmen zur Bekämpfung von Desertifikation und Landdegradation zu überführen.
Action und Beteiligung
Mit der Action Agenda wurde die Verbindung zwischen politischen Verpflichtungen und konkreter Umsetzung gestärkt. Staatliche und nichtstaatliche Akteure sowie lokale und internationale Organisationen konnten ihre Aktivitäten und Lösungsansätze sichtbar machen. Auch Jugend, Indigene Völker, Wirtschaftsvertreter und lokale Gemeinschaften brachten ihre Perspektiven in die Konferenz ein.
Gleichzeitig zeigte COP17, dass bei zentralen Fragen weiterhin unterschiedliche Interessen und Positionen bestehen. Bei Dürre, Migration, Aridität, Geschlechtergerechtigkeit und der Beteiligung der Zivilgesellschaft konnten teilweise keine gemeinsamen Lösungen erzielt werden. Auch für ein globales Dürreinstrument fand die Staatengemeinschaft keine Einigung. Mehrere Themen wurden daher auf die nächste Vertragsstaatenkonferenz verschoben.
Ein gemischtes Ergebnis
Insgesamt verabschiedeten die Vertragsparteien 34 Beschlüsse zu unterschiedlichen Bereichen der Umsetzung der UNCCD. Damit wurden wichtige Impulse für Landwiederherstellung, nachhaltiges Landmanagement und den Umgang mit den Folgen von Dürre gesetzt.
Gleichzeitig macht die COP17 deutlich, dass internationale Vereinbarungen allein nicht ausreichen. Entscheidend ist, ob daraus konkrete Maßnahmen vor Ort entstehen: degradierte Böden müssen wiederhergestellt, Land nachhaltig genutzt und betroffene Bevölkerungsgruppen in Entscheidungen einbezogen werden. Die Bekämpfung der Desertifikation bleibt damit eine langfristige internationale Aufgabe – und eine zentrale Voraussetzung für die Sicherung von Lebensgrundlagen und Ökosystemen weltweit.
Hier finden Sie weitere Informationen (englisch) auf der Seite der UNCCD und hier zum Thema Boden und Desertifikation auf der Seite des BMZ