Faktensammlung: Bodendegradation

  • Bodenerosion bedingt die zunehmende Sedimentation von Dämmen und Flüssen sowie ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen der Flüsse und Meeresarme. Im Sudan gingen beispielsweise die Wasserreserven im Roseires-Stausee - der 80% der Energie des Landes liefert - in den vergangenen dreißig Jahren wegen der Sedimentation des Blauen Nils um 40% zurück (Conway 2001).
  • Etwa 2.000 Mio. Hektar Land, das entspricht 15% der Gesamtfläche der Erde (eine Fläche, größer als die USA und Mexiko zusammen) wurden durch die Einwirkung des Menschen degradiert. Die Prozesse, die in Trockengebieten zur Bodendegradation führen, sind Wassererosion (45%), Winderosion (42%), chemische Degradation (10%) und physikalische Degradation (3%). Diese Zahlen variieren in den verschiedenen Klimazonen. Die hohe Variation der Vegetationsbedeckung in ariden und trocken sub-humiden bewirkt, dass in ariden Zonen 60% der Bodendegradation auf Prozesse der Winderosion zurückzuführen sind, während dies nur für 21% der trocken sub-humiden Gebiete gilt. Zu den Ursachen der anthropogen verursachten Bodendegradation in Trockengebieten gehören Überweidung (46%), landwirtschaftliche Aktivitäten (23%), Abholzung (20%) und Übernutzung der Vegetation (11%) (GLASOD in: UNEP 1997).
  • Jedes Jahr werden 75 Milliarden Tonnen Boden durch Wasser oder Wind erodiert, davon der größte Teil auf landwirtschaftlicher Nutzfläche. 12 Mill. ha fruchtbares Land werden jährlich zerstört oder verlassen, von insgesamt 1,5 Mrd. ha kultivierter Fläche (Pimentel et al. 1995).
  • Erosionsraten auf stark übernutzten Weiden können 100 Tonnen/ha übersteigen, und liegen in Asien, Afrika und Südamerika im Durchschnitt bei 30-40 Tonnen/ha. Die natürliche Bodenbildungsrate liegt dagegen bei etwa 1 Tonne/ha/Jahr. Zum Vergleich: Erosionsraten in ungestörten Wäldern liegt bei etwa 0.004-0.05 Tonnen/ha/Jahr (Pimentel et al. 1995).
  • Stoorvogel, Smaling, und Janssen (1993) führten Anfang der Neunziger Jahre eine Kontinentuntersuchung zur Abreicherung der Bodennährstoffe durch. Sie errechneten, dass die durchschnittliche Bodennährstoffabreicherung in landwirtschaftlichen Nutzflächen zwischen 1982 und 1984 bis zu 22 kg Stickstoff pro Hektar, 2,5 kg Phosphor pro Hektar und 15 kg Kalium pro Hektar betrug. Die Bodennährstoffe gehen hauptsächlich während der Ernte und der Abtragung des Getreides sowie aufgrund der Verwendung ungeeigneter organischer und anorganischer Substanzen verloren (in: Scherr 1999).
  • Die Nettoausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Entwicklungsländern wird voraussichtlich von 5 Mio. Hektar pro Jahr in den vergangenen vier Jahrzehnten auf 3,8 Mio. Hektar bis zum Jahr 2030 zurückgehen. Diese Nettoausweitung berücksichtigt auch den Bodenverlust aufgrund von Bodendegradation, der von einigen Fachleuten auf 5 bis 6 Mio. Hektar jährlich geschätzt wird (UNEP 1997 in: FAO 2003: 339).

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  • Schätzung der weltweiten Bodendegradation nach Land und Bodennutzung (Scherr 1999: 18)
  • Weltweites Ausmaß an chemischer und physikalischer Bodendegradation nach Regionen (Scherr 1999: 18)
  • Weltweites Ausmaß der Bodendegradation durch Erosion nach Regionen (Scherr 1999: 18)
  • Ausmaß und Ursachen der Desertifikation (FAO 1996)
  • Bodendegradationsprozesse (Zeitskala, Umkehrbarkeit, Ausmaß) (Batjes 1996)
  • Ausmaß der Wassererosion in Afrika (GLASOD in: UNEP 1997)
  • Ausmaß der Winderosion in Afrika (GLASOD in: UNEP 1997)
  • Ausmaß der chemischen Degradation in Afrika (GLASOD in: UNEP 1997)
  • Ausmaß der physikalischen Degradation in Afrika (GLASOD in: UNEP 1997)

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