Das Thema Landdegradierung in den SDGs

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) wurde zum ersten Mal ein prominentes Bodenziel gefordert: eine ‚land degradation neutral world‘, eine Welt ohne Nettoverlust an gesunden Böden. Das bedeutet, Bodendegradierung muss gebremst, Bodenfruchtbarkeit erhalten, und bereits degradierte Flächen rehabilitiert werden. Als Folgeprozess der Rio+20-Konferenz wurde auf der Vertragsstaatenkonferenz der VN-Konvention zur Desertifikationsbekämpfung (UNCCD) eine zwischenstaatliche Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit dem Konzept einer Welt ohne Nettoverlust an gesunden Böden beschäftigt; und zwar zum einen bzgl. der genauen Definition und zum anderen bzgl. der Optionen, eine solche zu erreichen. Die Idee „landdegradierungsneutralen Welt“ soll ebenfalls bei der Formulierung der Sustainable Development Goals (SDG) berücksichtigt werden und wird aktuell bei den Treffen der Offenen Arbeitsgruppen (Open Working Groups) diskutiert.

Weitere Informationen zu einer Welt ohne Nettoverlust an gesunden Böden (englische Website) und zu den SDGs (englische Website)

 

Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) und die globale Bewertung von Landdegradierung und ‑restaurierung

Die internationale Gemeinschaft hatte bei einer Regierungskonferenz im Juni 2010 in Busan (Südkorea) die Einrichtung des Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES, zu Deutsch: Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystem-Dienstleitungen, auch Weltbiodiversitätsrat oder Weltrat für Biologische Vielfalt genannt) beschlossen. IPBES ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt - vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC. Dieses Biodiversitätsgremium soll politischen Entscheidungsträgern unabhängige, glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zur Verfügung stellen, damit diese gut informierte Entscheidungen zu deren Schutz treffen können.

Die Aufgabe von IPBES ist es, auf Anfrage von Regierungen, multilateralen Umweltabkommen, UN-Institutionen und anderen relevanten Entscheidungsträgern im Bereich der Biodiversität und Ökosystemfunktionen wissenschaftliche Informationen zu liefern. Dazu soll IPBES wissenschaftliche Daten für politische Entscheidungsträger identifizieren, priorisieren und aufbereiten, sowie die Gewinnung relevanten Wissens unterstützen. Des Weiteren soll IPBES regelmäßig die Kenntnisse über Biodiversität und Ökosystemfunktionen sowie über deren Wechselbeziehungen begutachten. Darüber hinaus ist es seine Aufgabe, politisch relevante Instrumente und Methoden aufzuzeigen, um die Formulierung und Umsetzung politischer Maßnahmen zu unterstützen und den Bedarf an Kapazitäten und Aktivitäten zu priorisieren, die zu einer besseren Vernetzung von Wissenschaft und Politik beitragen.

Eines der Assessment-Themen, die im globalen Zusammenhang als prioritär eingeschätzt werden, ist die globale Landdegradation und –restauration, das auf Anfrage der UNCCD aufgenommen wurde. Die Entscheidung, dieses Thema als prioritär gegenüber anderen einzustufen, kann auch als Erfolg und bis zu einem gewissen Grad als Paradigmenwechsel bewertet werden, zumal Boden und Land in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen globalen Anliegen wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust weniger Aufmerksamkeit erfahren haben.

Weitere Informationen zu IPBES erhalten Sie auf der Website des BMUB und bei über www.biodiversity.de

Offizielle Website des IPBES in englischer Sprache: www.ipbes.net

 

Global Soil Partnership (GSP) und International Technical Panel on Soils (ITPS)

 Die “Global Soil Partnership” wurde 2011 als Initiative der FAO und der Europäischen Kommission lanciert. Sie zielt darauf ab, „gemeinsame Anstrengungen für ein nachhaltiges Management der Bodenressourcen für Ernährungssicherung, Klimaanpassung und -minderung zu unterstützen“ und die Weltbodencharta von 1982 zu aktualisieren. Zentrales Ziel der GSP ist es, die Verwaltung der limitierten Bodenressourcen der Erde zu verbessern, um Bodengesundheit und -produktivität sowie andere lebensnotwendige Ökosystemleistungen für eine Welt sicherzustellen, die die Ernährung aller Menschen auch für die Zukunft garantiert. Bodenschutz und Bodenrehabilitierung stehen dabei im Zentrum der GSP. Neben der Globalen Partnerschaft sollen ebenfalls regionale Partnerschaften aufgebaut werden, die Orientierung zu regionalen Besonderheiten, Prioritäten und daran angepassten Aktivitäten vermitteln.

Im Juni 2013 hat die GSP das Intergovernmental Technical Panel of Soils (ITPS, Zwischenstaatliches Technisches Bodenforum) gegründet. Es besteht aus 27 Bodenexperten aller UN-Regionen. Aufgabe des ITPS ist es, die GSP zu wissenschaftlichem und technischem Wissen zu beraten, sich für die Berücksichtigung von nachhaltigem Bodenmanagement in unterschiedlichen internationalen Agenden einzusetzen, den Aktionsplan der GSP zu überprüfen und nachzuhalten sowie die Bildung von Arbeitsgruppen bei besonderen Anfragen anzufordern. Das ITPS kann komplementär zum IPBES bodenrelevante Informationen liefern.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der FAO (englische Website): www.fao.org/globalsoilpartnership/en/